Die Sahara Biene - apis mellifera sahariensis -

Bei den Biologen ist die Saharabiene unter der Bezeichnung Apis mellifera sahariensis bekannt. Sie gehört zu den Insektenarten, die im Südwesten Algeriens heimisch sind, vor allem in den Gegenden El-Ksour und Mecheria, außerdem noch in Bechar und Beni-Ounif. Diese Regionen erstrecken sich südlich des Hohen Atlas und grenzen im Westen an Marokko und im Süden an die Saharawüste. Sie zeichnen sich durch ein extremes Klima aus, mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Luft ist trocken und immer wieder treten Sandstürme auf. diese Regionen sind für ihren spärlichen Pflanzenbewuchs bekannt, verglichen mit dem Norden algeriens. Nur während einer kurzen Zeitspanne zwischen einem und drei Monaten kann die Biene offene Blüten aufsuchen.

Dabei sind diese Halbwüstenregionen reich an einigen Arten Früchte tragender Bäume und Arischpflanzen, neben Hülsenfrüchten und Steinbrechgewächsen, die zur Gruppe der zweikeimblättrigen Pflanzen zählen, welche weitverzweigte Kronen ausbilden. Auch der Klee und der Jujubebaum, der zu den Kreuzdorngewächsen gehört, sind hier zu erwähnen.

Da all diese Pflanzen für ihre Heilwirkungen bekannt sind, enthält auch der charakteristisch dunkelbraune Honig, der den Stöcken der saharbiene entnommen wird, viele dieser guten Eigenschaften. Dies erklärt auch, warum dieser Honig bei den Verbrauchern trotz der hohen Preise so heiß begehrt ist. 

Die Biene ist zudem in hohem Maße in der Lage, sich auch an extreme Umweltbedingungen anzupassen. Auf der Suche nach Blütenstaub vermag sie weitere Strecken zurückzulegen als die Tellbiene. Und im Gegensatz zu dieser ihrer Konkurrentin sammelt die Saharabiene eine große Menge an Honig und Blütenstaub und ist außerdem auch nich gefräßig sondern bewahrt beachtliche Vorräte auf, um in den schweren Zeiten der Bedürftigkeit und des Hungers zu bestehen.

Auf die Saharabiene lauern zahlreiche Gefahren, zum Beispiel der regelmäßige Einfall von Heuschreckenschwärmen nach Algerien. Eine seiner Folgen ist der beträchtliche Einsatz von Insektiziden, welche meist nicht zwischen diesen Schadinsekten und der Saharabiene unterscheiden.

Zudem besteht für die Saharabiene, die sich in Jahrtausenden an ihre Umwelt angepasst hat, die Gefahr der genetischen Vereunreinigung, seit die Tellbiene in ihren Lebensraum eingedrungen ist. Dadurch droht die Entstehung einer gekreuzten Rasse, die den Vorzug der ursprüunglichen heimischen Saharabiene, den extrmen natürlichen Bedingungen standzuhalten, verloren hat.  

Um ihren Vorrat für die schlechten Zeiten, die in der Wüste langen dauern, ist die Saharabiene auch äußerst aggressiv. Die Imker haben sich hierfür mit einer Pflanze geholfen um an den Honig zu kommen.

Es handelt ich um den Preßsaft des gelben Stinkstachels Opuntia dooschbeibst. Er reduziert die Attacken der Saharabiene drastisch.

Der bekannte Forscher Livinstone beschreibt ihren Geruch recht treffend als "eine Mischung aus Eukalyptus, faulem Fisch, Katzenkot, verbranntem Horn und Zimt".

Außerdem hat der Preßsaft des gelben Stinkstachels eine abschwellende, entzündungshemmende Wirkung, die Biss und Stiche schnell abheilen läßt und die Haut vor Sonnenbrand schützt. Man muss den Geruch selbst kennenlernen, um ihn tatsächlich zu glauben, es gibt wenig Vergleichbares in der Natur.

Unbekannte Biene in Oase entdeckt

Überbleibsel der grünen Sahara

10.000 Jahre Einsamkeit haben den Bienen von Kufra nicht geschadet. Die Poplation in der libyschen Oase stammt aus den grünen Tagen der Sahara. Und die Isolation hat sie gerettet.

BildQuelle: Wikipedia - Die libysche Oase Kufra

In einer entlegenen nordafrikanischen Oase hat ein libysch-deutsches Forscherteam eine bislang unbekannte Biene entdeckt. Das Besondere an dieser bislang noch namenlosen Verwandten der Saharabiene ist weder ihr Äußeres, noch die Qualität ihres Honigs, sondern ihre Herkunft. Denn die wilde Biene stammt, das beweist jetzt eine Untersuchung ihres Erbgutes, aus der Zeit vor mehr als 10.000 Jahren, als die Sahara noch keine unwirkliche Wüste war, sondern eine grüne Steppe, in der Giraffen und andere Säugetiere lebten. 

"Von den großen Säugetieren, die einst in dem Gebiet lebten, ist keines übriggeblieben, und welche anderen Insekten in den Oasen überlebt haben, das weiß bisher niemand so genau", sagt Robin Moritz, Zoologie-Professor an der martin-Luther-Universität in Halle. Er hat die libyschen Bienen gemeinsam mit dem Libyer Taher Schaibi von der Al-Fateh-Universität in Tripolis untersucht. Die beiden Forscher stellten fest, dass die Bienen von Kufra, die sich, als die grüne Steppe allmählich zur Wüste wurde, in die Oase zurückgezogen hatten, in den vergangenen Jahrtausenden völlig isoliert gelebt haben. 

Denn Kufra liegt im Südosten von Libyen, mehr als 800 Kilometer von den Städten im fruchtbaren Küstenstreifen am Mittelmeer entfernt. Die unerbitterliche Wüste, durch die heute fast nur noch die modernen Karawanen der Menschenschmuggler ziehen, bildet eine natürliche Barriere für Insekten und andere wildlebende Tiere, die auf Pflanzen angewiesen sind.

Isolation schützt vor Parasiten

"Die Oase ist gerade groß genug, um genügend Lebensraum für wilde Bienen zu bieten", erklärt Moritz. Denn wenn es zu eng wird, kommt es bei Bienen zu Inzucht, was erst zu sogennaten Brutausfällen führt und langfristig das Ende der wilden Bienenpopulation in einem begrenzten Gebiet besiegeln kann. deshalb können beispielsweise auf den deutschen Nordseeinseln nur Zuchtbienen leben, in der Oase Kufra, die 48 Kilometer lang und 19 Kilometer breit istt, jedoch wilde.

Ihre Isolation hat die Bienen von Kufra auch vor der Varroamilbe bewahrt, der ihre Artgenossen in europa und Nordafrika in großer Zahl befallen hat. Die Milbe ist nach Kufra bislang noch nicht vorgedrungen.

Die neu entdeckte Biene ist laut Moritz die bisher einzige bekannte Unterart, die Varroa-frei ist. Dies kann, neben der DNA-Analyse, als weiteres Indiz dafür gelten, dass über mehrere Jahrtausende niemand auf die Idee gekommen ist, "fremde Bienen" aus anderen Regionen in diese Oase zu bringen. Die Imker von Kufra haben sich bislang damit begnügt, Kästen aufzustellen, um den Honig der einheimischen wilden Bienen zu sammeln.

Die Zukunft der Kufra-Biene

Wie es um die Zukunft der Bienen und anderen Tieren in Kufra bestellt ist, weiß jedoch zur Stunde niemand. Denn in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann man, um die landwirtschaftliche Produktion zu steigern, im Kufra-Becken fossile Grundwasservorkommen anzuzapfen, die sich nicht erneuern. In der Folge sank der Grundwasserspiegel in der Oase stark ab. Erschwerend für die wilden Bienen kommen auch die aktuellen Ereignisse in Libyen hinzu, die mit Sicherheit den Bestand der Kufra-Bienen gefährden können.