Die Kretische Biene - Apis mellifera adami -

Zu Ehren des bekannten Züchter und Erforschers der Bienenrassen, Bruder Adam ( Buckfast ) wurde die Kretische Biene Apis mellifera adami benannt.

Kreta ist ein Bienenland von der prähistorischen Zeit bis zum heutigen Tag. Mit 10 Bienenvölker pro Quadratkilometer gehört sie zu den am dichtesten mit Bienen besetzten Gebieten der Erde.

Die Insel Kreta liegt im mediterranen Klima- und Florenbereich. Der allgemeinen Tendez entsprechend ist der Osten der Insel deutlich trockener als der Westen.

An den Küsten gibt es einen Macchiengürtel, dessen Florenelemente ( Erica arborea, Cistus, Salvia, Lavendula u.a. ) ihre Blütezeit während der Winter- und Frühjahrsmonate haben. In den Küstenebenen nimmt die Kultur von Citrusfrüchten von Jahr zu Jahr zu. Die wichtigste Trachtquelle für die Bienen aber sind die ausgedehnten Thymusbestände auf den steinigen Hängen, deren Blütezeit ( je nach Meereshöhe ) in den Monaten Juli und August liegt.

Dem Trachtangebot entsprechend zeigt der Brutrhythmus der Kretischen Biene einen ausgesprochen mediterranen Typus. Bruttätigkeit wir den ganzen Winter über aufrecht erhalten, mit 2-3 Brutkreisen von etwa 15cm Durchmesser. Ab Februar erfolgt ein steiler Anstieg der Bruttätigkeit, die im April/Mai mit 14-18 Langstrothwaben Brut ihren Höhepunkt erreicht, dadurch kommen die Völker rasch zu einer erheblichen Volksstärke. Ab Mitte Mai gibt es eine Trachtpasue von eetwa 6 Wochen Dauer. In dieser Zeit wird der Brutumfang verringert, es besteht ein starker Bienenüberschuss. Ein zweiter, aber nicht mehr so starker Brutanstieg im Juli führt zu der charakteristischen zweigipfligen Brutkurve der Mittelmeerländer.

 

Die Kretische Biene ist eine schwarmfreudige Rasse. ist einmal eine bestimmte Volksstärke erreicht, dann bereitet sich fast jedes Volk zu Schwärmen vor. Die Zahl und Anordnung der Weiselzellen ist ähnlich wie bei orientalische-nordafrikanischen Rassen - in einer engen Reihe am Wabenrand mit etwa 60-200 Stück.

Eigenartig ist das Temperament der Biene. Auf der Wabe ist das Verhalten ausgesprochen ruhig. Bei Entnahme von Waben gibt es kein Laufen oder Abfliegen, die Bienen sitzen ganz ruhig wie bei der Carnica. Je noch mehr - einmal wurde beobachtet ( RUTTNER ) wie ein mit einem dichten Bienenpelz überzogener Kastendeckel abgelegt wurde. Während des ganzen Eingriffes in das Volk - etwa 15 Minuten - sind ie Bienen auf dem Deckel vollständig ruhig sitzen geblieben. Kaum einer anderen Rasse würde man das zutrauen.

Andererseits entwickelt aber die Biene ein ganz beachtliches Verteidigungsverhalten; schon bei kleinerer Irritation, oft bei blosser Annäherung an das Flugloch, kann es zu Massenattacken kommen. Bei vorsichtiger Arbeitsweise und geringer Rauchanwendung lassen sich aber auch diese Völker ohne Schutzkleidung stichlos behandeln.

Propolis wird von der Kretischen Biene kaum verwendet. Einmal wurder der Versuch unternommen, auf Kreta Propolis zu gewinnen. Dieser Versuch musste sehr bald ergebnislos abgebrochen werden.

Der Honig wird dunkel verdeckelt. Nur ganz zu Anfang, bei guter Tracht entstehen auch weisse Zelldeckel. Zu Räuberei neigt die Bienen kaum.

An Bienenfeinden sind auf Kreta die Hornissen zu nennen. Seit die Olivenbäume aber mit Insektiziden behandelt werden, hat sich ihre Zahl stark vermindert. Brutkrankheiten ( amerikanische und europäische Faulbrut ) sind vorhanden, sie bilden aber kein Problem. Hingegen tritt in den feuchten Wintern häufig Nosema in schädigender Weise auf. Auch nördlich der Alpen lässt sich die Kretische Biene gut halten und überwintern. Als besonders brutfreudig und winterfest haben sich Hybriden mit Carnica-Drohnen erwiesen.