Die Zyprische Biene - Apis mellifera cypria -

In der Fachzeitschrift "Current Biology" beschrieben griechische und französiche Wissenschaftler eine bisher unbekannte Verteidigungsstrategie der zypriotischen Honigbiene gegen die dortige Hornissenart. Die orientalische Hornisse Vespa Orientalis ist eine hitzetolerantere Hornissenart als ihre tropische Verwandte Vespa manarinia. Bis 51 Grad übersteht sie schadlos so daß das dort bekannte Phänomen des "Heat-Balling" nicht als Verteidigungsstrategie eingesetzt werden kann.

Dennoch ist die im gleichen Verbreitungsgebiet heimische Honigbienenrasse Apis mellifera cypria nicht hilflos gegen die räuberischen Hornissen.

Wie jetzt beschrieben wurde, hüllen auch hier die Bienen in den Stock eindringende Hornissen ein. Allerdings nicht, um das Tier aufzuheizen, sondern um sich wie ein lebendes Korsett um den Hinterleib zu schnüren. Dort sitzen die Atemöffnungen der Hornissen mit denen sie durch aktive Pumpbewegungen des Hinterleibes den lebensnotwendigen Gasaustausch betreibt. Die Bienen jedoch versuchen, diese Pumpbewegungen zu verhindern, indem sie das Ausdehnen des Hinterleibes unterbinden. Unterstützt durch die Hitze und den damit erhöhten Sauerstoffbedarf der Angreiferin ersticken sie so die Hornissen. In Kontrast zu dem "Heat-Balling" bei dem die Hornisse durch das Einhüllen mit anschließendem Aufheizen regelrecht überhitzt wird, wird das Tier hier erstickt - und damit hat das Phänomen seinen Namen weg: "Asphyxia-balling".